CES 2026: Wenn alles KI ist, ist nichts mehr KI
Was die großen Tech-Konzerne auf der CES wirklich gezeigt haben – und warum es jetzt um Plattformen, Chips und Marktmacht geht
14.01.2026 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
Die CES 2026 in Las Vegas markiert einen Wendepunkt: Weg von skurrilen KI-Gadgets, hin zu knallharter Produkt- und Plattformpolitik. In dieser Folge der KI Kantine spreche ich darüber, warum Nvidia, AMD, Google und Amazon die Messe dominiert haben – und was das für den Markt bedeutet. Statt der Frage „Hat das Ding KI?“ geht es jetzt um den tatsächlichen Nutzen. Wir schauen auf Nvidias rasantes Chip-Tempo, den beginnenden GPU-Goldrausch, Googles mobile KI-Dominanz und Amazons cleveren Alexa-Schachzug. Eine Folge über Infrastruktur, Ökosysteme und den Kampf um den direkten Zugang zum Endkunden.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit!
Mahlzeit!
Sag mal, hast du mitgekriegt, dass jetzt in
Las Vegas die CES wieder war?
Da werden doch immer so Spielekonsolen vorgestellt, oder?
Ja, und Fernseher und alles, was halt Konsumerelektronik
ist.
In den letzten Jahren haben die eigentlich immer
nur an alles, was es sowieso schon gab,
noch jetzt mit KI rangeflanscht.
Da gab es dann Toiletten mit KI, oder
es gab Grills mit KI, Kühlschränke mit KI.
Die wussten dann, was in ihnen drin ist
und haben dir Rezepte vorgeschlagen.
Irgendwelche Spiegel, die mit dir geredet haben, oder
so.
Haustierroboter, die waren auch sehr beliebt.
Aber 2026 ist das alles wesentlich erwachsener geworden.
Interessant!
Denn in diesem Jahr haben die Big Player
die Bühne gekapert bei der CES.
Nvidia, Amazon, Google, AMD, alle waren da und
haben ihre Neuigkeiten vorgestellt.
Keine kleinen Startups mehr mit verrückten Prototypen, die
es sowieso nie in den Laden schaffen, sondern
diesmal knallharte Produktankündigungen von Firmen, die Milliarden auf
dem Tisch haben.
Und so ein Analyst hat gesagt, alles ist
jetzt KI, also ist auch nichts mehr KI.
Das hat so einen Sättigungspunkt erreicht, dass die
bloße Erwähnung von KI eigentlich überhaupt nichts mehr
bewirkt.
Schön gesagt!
Und deshalb wird jetzt die Frage nicht mehr
gestellt, hat das Ding KI?
Sondern die Frage wird gestellt, was macht denn
diese KI eigentlich?
Was hilft mir das überhaupt?
Zum Beispiel Nvidia.
Die haben mal auf der CES gezeigt, was
aggressiv in der Tech-Welt bedeutet.
Der CEO von Nvidia, das ist ja der
Jensen Wang.
Den hast du ja schon mal gesehen, der
hat immer so eine Lederjacke an und das
macht einen auch ziemlich cool.
Wenn der auf die Bühne kommt, hat der
eine totale Präsenz.
Und der hat jetzt schon wieder eine neue
Chip-Generation seiner KI-Chips präsentiert.
Die Specs davon sind mal wieder der Wahnsinn.
Es ist schneller und effektiver.
Und die Kosten sind in der Produktion oder
im Betrieb viel, viel geringer.
90% sinkt das.
Aber das Absurde ist halt, das Vorgängermodell, Blackwell
-Chips, die sind gerade erst ausgeliefert worden.
Also die Firmen, die das bestellt haben, sind
noch nicht mal trocken auf den Verträgen.
Und schon gibt es neue Generationen.
Und die wird auch schon produziert.
Und das zeigt halt, wie brutal das Tempo
in der KI-Industrie geworden ist.
Und Nvidia will ja noch mehr.
Die haben eine Plattform präsentiert für KI fürs
Auto.
Also jetzt nicht nur, um mit der KI
zu interagieren, sondern die gesamte Logik eines Autos
haben die jetzt gemacht.
Mit Mercedes-Benz zusammen gibt es ja die
ersten Modelle.
Und genau so ein Ökosystem haben sie für
Robotik.
Bei Google ist Android das Betriebssystem, das auf
allen Nicht-Apple-Handys drauf ist.
Und so etwas wollen die jetzt für humanoide
Roboter sein.
Also quasi die Grundlage für jede intelligente Maschine,
für jeden Roboter und alles, was sich bewegt
und denkt.
Und das ist jetzt nicht mehr nur Hardware
-Verkauf, sondern es ist eine ganze Plattform-Dominanz.
Und dann gehen die halt auf die CES,
auf die Consumer Electronics Show.
Und präsentieren sich auf der globalen Bühne und
haben halt massive Aufmerksamkeit.
Aha.
Und dann geht AMD auf die Bühne.
AMD, kennst du noch?
Das war so die Ablösung von Intel damals
bei den ersten PCs.
Die sind auf die Bühne gegangen mit OpenAI.
Und der Präsident von OpenAI hat etwas sehr
Interessantes gesagt.
Der hat gemeint, der Aufbau der globalen KI
-Infrastruktur, da brauche ich Milliarden KI-Chips dafür.
Keine Firma hat den Plan, so viele Chips
überhaupt herstellen zu können.
Folglich brauchen es ganz viele Firmen, die den
Bedarf bedienen.
Das ist AMD, das ist Nvidia und wer
weiß, wer da noch alles kommt.
Auch Google selber baut ja Chips.
Und der sagt, alle Chips, die von allen
Firmen bis Ende des Jahrzehnts produziert werden können,
werden verkauft werden.
Jede GPU, die gebaut wird, ist sofort verkauft.
Ich finde, das klingt nicht unbedingt nach einem
normalen Wettbewerb, sondern eigentlich nach einem Goldrausch.
Mich erinnert es ein bisschen an den Anfang
von Corona, als jede Maske, die irgendwo in
der Welt produziert ist, wurde gekauft.
Also fast alle von Jens Spahn, aber es
ist ein anderes Thema.
Interessant.
Also Nvidia und AMD machen Infrastruktur.
Es trug ja noch ein viel größerer Kampf,
nämlich wer kontrolliert eigentlich den Zugang zum Endkunden?
Und da sind wir wieder bei dem eigentlichen
Sinn von einer Consumer Electronics Show.
Und da hast du zwei große Player, das
ist Google und Amazon.
Google macht das, was er am besten kann.
Mobile Dominanz.
Die haben eine Partnerschaft mit Samsung, wo sie
800 Millionen Geräte mit Gemini ausstatten.
Die haben ja auch eine Partnerschaft mit Apple,
die werden auch ausgestattet mit Gemini.
Also im Prinzip pure Dominanz.
Aber jetzt kommt Amazon und spielt nochmal ein
ganz anderes Spiel.
Die versuchen gar nicht, das bessere JetGBT zu
bauen, sondern aktivieren ein ein bisschen in Vergessenheit
geratenes Netzwerk.
Es gibt 600 Millionen Alexa-Geräte.
Die bekommen jetzt ein Update und werden halt
endlich auch mal schlau.
Und auf einmal gibt es fast in jedem
Haushalt so ein KI-Kommandozentrum.
Dann halt jetzt fürs Familienleben.
Und dieses Update bei Amazon ist zum Beispiel
für 200 Millionen Prime-Mitglieder kostenlos.
Wir haben uns doch fast alle schon daran
gewöhnt, die Alexa nach was zu fragen.
Das heißt, dort haben wir zum ersten Mal
gelernt, mit einer KI zu sprechen.
Und dadurch hat Amazon das Riesenglück, keine neue
Gewohnheit erschaffen zu müssen, sondern die müssen einfach
nur das, was vorhanden ist, nämlich so ein
Gerät, das irgendwo im Regal steht, einfach noch
intelligenter zu machen.
Und das haben sie jetzt präsentiert auf der
CES.
Da bin ich mal gespannt.
Wenn das eine vernünftige KI ist, mit der
man auch vernünftig reden kann, dann sind die
aber innerhalb von kürzester Zeit wieder überall im
Gespräch.
Du meintest ja, die CES wäre immer dafür
da gewesen, Spielekonsolen vorzuführen.
Ja, aber irgendwie ist diese Spielzeit jetzt auch
vorbei und die großen Tech-Konzerne kämpfen jetzt
um echte Marktanteile und zwar mit echten Produkten.
Und ich kämpfe mit echtem Hunger.
Können wir jetzt E-Limo essen?
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.