Die Angst vor der leeren KI-Box
Warum es kein perfektes Prompt gibt – und wie du trotzdem anfängst
25.02.2026 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
Du sitzt vor der leeren KI-Eingabebox und findest einfach keinen ersten Satz.
In dieser Folge der KI Kantine geht es um genau dieses Gefühl: den Druck, sofort das perfekte Prompt formulieren zu müssen. Warum das Unsinn ist, weshalb wir beim Prompten immer noch wie bei Google in Keywords denken – und warum die KI eigentlich etwas ganz anderes will: Kontext statt Schlagwörter.
Anhand einfacher Beispiele (Rezeptsuche, Kundenmail, Kühlschrank-Chaos) zeigt Buschi, warum unordentliche, ehrliche Prompts oft bessere Ergebnisse liefern als steril formulierte Anweisungen.
Außerdem geht es um einen praktischen Ausweg: Metaprompting. Also die KI darum bitten, gemeinsam mit dir ein besseres Prompt zu entwickeln – bevor du es in einem neuen Chat oder sogar in einer anderen KI verwendest.
Eine Folge über den Druck des Anfangs, über Gespräch statt Prüfung – und darüber, warum die leere Box eigentlich gar nicht bedrohlich ist.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit.
Mahlzeit.
Sag mal, kennst du das auch, dass du
nicht weißt, was du in die leere KI
-Eingabebox schreiben sollst?
Also irgendwie überhaupt keinen ersten Satz findest?
Ja, du, das kenne ich auch.
Da sitzt du da und willst das perfekte
Prompt formulieren, um möglichst alles reinzupacken, was du
sagen willst.
Und dann fühlst du dich wie so ein
Autor, der vor einer leeren Seite sitzt und
eigentlich das Buch starten will.
Ja, genau, so fühlt es sich an.
Aber eigentlich gibt es ja sowieso nie die
perfekte Frage oder das perfekte Prompt.
Du musst eigentlich sehen, wie so ein Gesprächsbeginn,
so wie beim ersten Date oder bei einem
Anruf, den man irgendwie tätigt.
Wobei ich persönlich dazu neige, bei einem Anruf
mir vorher die ersten Sätze schon ausgedacht zu
haben, bevor ich die Nummer wähle.
Das steht mir hier immer ein bisschen im
Weg.
Aber eigentlich ist der KI ja völlig wurscht,
wie oft und was du da schreibst.
Es ist ja keine Prüfung und eine KI
hat unendlich Geduld.
Man kann sich auch ganz langsam dem Thema
nähern.
Aber das ist ein bekanntes Problem.
Und deshalb siehst du ja auch häufig unter
solchen Eingabeboxen für KI bereits vorformulierte Prompts, die
man einfach übernehmen kann und, wenn man will,
verfeinern kann.
Um in dem Dating-Bild zu bleiben, diese
Prompts sind dann sowas wie das Buch Dating
für Dummies, die besten Aufreißersprüche.
Das ist halt total generisch.
Interessant.
Stellen wir uns doch spaßeshalber mal drei Leute
vor, die ein Rezept durch die KI finden
wollen.
Die erste Person schreibt, ich brauche ein Rezept.
Dann denkst du darüber nach, sagst, nee, schicke
ich nicht so ab.
Ich bräuchte ein einfaches Rezept für Anfänge.
Na, das ist auch nix.
Im Endeffekt ist das Prompt dann sowas wie,
ich suche ein unkompliziertes Gericht für zwei Personen,
nicht so aufwendig, kenne mich aber nicht so
aus, vielleicht mit Huhn oder so.
Das heißt, du hast versucht, alles reinzupacken an
Informationen in einen Satz.
Die zweite Person sagt einfach nur Rezept.
Und da würde die KI auch ein Rezept
geben, so Nudeln mit Tomatensauce oder sowas.
Und die dritte Person schreibt, ich habe Hunger,
aber keine Lust einzukaufen.
In meinem Kühlschrank sind drei Eier und ein
bisschen Sellerie, Sojasauce, Marmelade.
Was kann ich denn daraus kochen?
Und dann schlägt dir die KI vielleicht ein
Omelette vor mit ein bisschen Sellerie und für
Umami noch ein bisschen Sojasauce dabei.
Es hat was bekommen, womit es arbeiten kann.
Das ist jetzt nicht die perfekte Frage, aber
die Situation ist gut beschrieben, auch wenn sie
chaotisch ist.
Aha.
Das Problem ist, dass wir beim Prompten immer
noch so denken, wie wir es von Google
gelernt haben, wenn wir eine Suche durchführen wollen.
Seit zehn Jahren packen wir Keywords rein, die
wir für relevant halten.
Das kriegen wir auch so schnell nicht los.
Die KI will keine Keywords, die will Kontext
haben.
Der muss auch nicht perfekt sein, sondern der
soll ehrlich sein, wenn er dir jetzt persönlich
helfen soll.
Wenn du also der KI sagst, schreib mir
eine E-Mail an den Kunden zur Verspätung
der Lieferung vom 15.
März, bestell dir mal irgendwas höflich, aber bestimmt
drei Sätze auf Deutsch, dann kriegst du eine
Mail, die alles berücksichtigt.
Also so eine seelenlose Mail wie, sehr geehrte
Damen und Herren, wir müssen Sie darüber informieren,
dass die Lieferung blablabla verspätet.
Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, danken für
Ihr Verständnis, bei Rückfragen stehen wir immer gerne
zur Verfügung.
Das ist ja technisch korrekt, völlig steril.
Wenn du aber der KI einen echten Kontext
gibst, wo du sagst, ich muss diesem Kunden
schreiben, dass seine Sachen nicht kommen, aber er
ist schon echt sauer wegen dem letzten Mal
und ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich
das höflich zu ihm rüberkriege, ohne ihn zu
belügen.
Das ist unordentlich, aber menschlich und die KI
versteht das wirklich besser als diesen ganzen Keyword
-Salat vorher.
Und dann kommt dann zum Beispiel sowas raus.
Ich weiß, dass das mit der letzten Lieferung
nicht rund lief und jetzt muss ich Ihnen
leider sagen, dass auch diesmal wieder zu spät
kommt.
Das ist ärgerlich und ich verstehe, wenn Sie
das frustriert.
Ich schaue gerade an, was wir kurzfristig tun
können und melde mich morgen wieder mit einer
konkreten Lösung für Sie.
Hat auch die KI geschrieben, klingt aber gar
nicht so roboterhaft, sondern klingt wirklich empathisch und
so willst du eigentlich mit deinem Kunden reden.
Interessant.
Aber was heißt es jetzt zu dem Thema
Angst vor der leeren Box?
Du musst so ein prompt wie ein Gespräch
sehen und kannst dich dem Thema annähern.
Wieso schreibst du nicht erstmal darüber, dass du
nicht weißt, wie du anfangen sollst?
Dass du das Thema zwar irgendwie schon kennst,
aber es nicht so richtig anpacken kannst, auch
nicht gut formulieren kannst.
Das ist ehrlich und dann geht die KI
schon in eine ganz andere Richtung.
Mehr beratend, als einfach nur ein Ergebnis liefert.
Und dann machst du was, was ich Metaprompting
nenne.
Du verbrüdest dich mit deiner KI und bittest
sie, einen Prompt für eine andere KI zu
schreiben.
Dann entspannst du dich dabei schon, weil das
ist ja wie so ein Vorgespräch.
Das ist ja eigentlich nur ein Brainstorming und
es muss gar nicht perfekt sein.
Du kannst ja gleich ankündigen, wir unterhalten uns
jetzt und brainstormen zusammen, aber bereite dich darauf
vor, am Ende sollst du mir aus unseren
Ideen ein ausführliches Prompt erzeugen.
Und wenn das Prompt dann von der KI
erzeugt wurde, dann ist es wichtig, dass du
das, falls du keine andere KI noch zusätzlich
benutzt, auf jeden Fall ein neues Chatfenster machst.
Dann kopierst du das da rein.
Und wenn dann die Reaktion von der neuen
KI nicht so ist, wie du dir das
gedacht hast, dann musst du halt abschätzen.
Macht es Sinn, dass wir jetzt im neuen
Chatfenster darüber wieder dort reden und uns verfeinern?
Oder gehe ich zurück zur alten KI und
läster dann dort, wie schlecht die neue KI
das verstanden hat und was wir jetzt uns
überlegen müssen, wie wir das Prompt überarbeiten können,
damit die neue KI das vielleicht richtig macht?
Ich glaube, du brauchst eher das Buch Kantinen
essen, warm halten für Dummies.
Können wir jetzt in Limon essen?
Das ist die KI, die Kantine.
Wir sitzen in der KI, die Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.
Wir sitzen in der KI, die Kantine.
Hier ist die KI-Kantine.