Google I/O 2026: KI-Agenten übernehmen das Kommando
Über die Google I/O Keynote, Gemini 3.5 Flash, autonome KI-Agenten und warum KI in der Wissenschaft viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte.
20.05.2026 9 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge der KI Kantine spricht Buschi über die wichtigsten Ankündigungen der Google I/O Keynote 2026. Im Mittelpunkt steht Googles neue Agentic-Strategie rund um Gemini 3.5 Flash – ein Modell, das laut Google fast auf dem Niveau der Top-Modelle von OpenAI und Anthropic arbeitet, dabei aber deutlich schneller und günstiger sein soll.
Buschi erklärt, warum ihn die neue Version von Gemini im praktischen Einsatz überrascht hat, wie Google mit „Antigravity 2.0“ angeblich ein komplettes Betriebssystem von KI-Agenten entwickeln ließ und weshalb autonome Hintergrund-Agenten wie „Gemini Spark“ den Arbeitsalltag massiv verändern könnten.
Außerdem geht es um die Zukunft der Google-Suche, intelligente Information-Agents, neue E-Commerce-Protokolle für universelle Warenkörbe und den wissenschaftlichen Nutzen von KI – von Krebsforschung bis zur Hurrikan-Vorhersage.
Eine Folge über die nächste Evolutionsstufe der KI: weg vom Chatbot, hin zu autonomen digitalen Assistenten.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit!
Mahlzeit!
Sag mal, hast du gestern auch die Google
I.O. Keynote gesehen?
Nee, Dienstag habe ich doch mein Linedance.
Ach ja, stimmt ja.
Das war hier ein zweistündiges Potpourri von Neuigkeiten.
Große Überschrift ist natürlich Agentic.
Alle neun Sachen wurden eigentlich ermöglicht durch das
neue Modell Google Gemini 3.5 Flash.
Das wird beschrieben als annähernd so gut wie
die Hauptmodelle von OpenAI und von Anthropic.
Aber bis zu zehnmal so schnell sagt er
der Chef von Google und nur ein Viertel
so teuer.
Aha.
Das scheint mir aber ein guter Deal zu
sein.
Dafür gibt es jetzt auch ein neues Harness,
also das Anti-Gravity geht jetzt in die
Version 2.0 und nutzt natürlich auch die
neue 3.5 Flash Variante.
Und lustigerweise war das gestern schon zu sehen,
beziehungsweise eben nicht zu sehen, sondern zu spüren.
Ich habe gestern was damit gemacht und habe
eigentlich nichts geändert.
Da stand immer noch 3 Flash, aber die
Antwort hat mich geflasht.
Denn bisher hast du bei Gemini 3 Flash
prompt eingegeben, dann hat er lange nachgedacht und
dann, naja, also es war, es hat funktioniert
mit ein paar Iterationen.
Und jetzt habe ich da ihm wirklich eine
schwierige Aufgabe gegeben.
Und da ist er losgerannt und hat mir
ein Dokument erstellt und es war, also ich
wusste schon, das ist nicht mehr die alte
Version.
Also wenn das der Standard ist.
Interessant.
Und dann gibt es auch noch das Gemini
Omni.
Das ist umschrieben mit Create Anything from Everything.
Also so ein multimodales Gemini.
Egal was du ihm fütterst, Ton, Bild, Film,
Text, auch alles daraus generieren kann.
Da steckt dann also das Nano Banana drin,
das Veo drin.
Ich glaube die Begriffe wird es dann alle
nicht mehr geben, weil das dieses Omni Modell
alles auf einmal managen kann.
Und er hat, der Chef von Google hat
erzählt, sie haben mit Antigravity 2.0 einfach
mal ein neues Betriebssystem schreiben lassen.
Da hat er 95 Subagenten aktiviert, das Antigravity.
Nach zwölf Stunden war alles fertig und es
hat sogar funktioniert und die haben es sogar
live vorgeführt.
Wenn du dir mal überlegst, als ich noch
studiert habe, gab es den berühmten Tannenbaum.
Das war das Standardwerk für Betriebssysteme.
Das war ein fetter Wälzer.
Wenn ich mir überlege, wie komplex so ein
Betriebssystem ist und der schraubt dir das in
zwölf Stunden zusammen, schon sehr eindrucksvoll.
Er hat nicht so viele Details angegeben, wahrscheinlich
Linux Basis etc.
Aber sehr beeindruckend.
Ach ja, und er hat auch vorgerechnet, dass
das weniger als 1000 Dollar jetzt an Tokens
gekostet hat.
Das ist irre.
Aha.
Und dann gibt es natürlich auch die Antwort
auf OpenClaw, auch wenn OpenClaw absteigender Ast ist.
Das nennt sich Gemini Spark.
Das ist also auch so eine Always-on
-Instanz, der du Aufgaben geben kannst und die
im Hintergrund eigenständig, also agentic, alles erledigt für
dich.
Die kann natürlich auf die gesamte Infrastruktur, die
Google sowieso schon seit 20 Jahren anbietet, zugreifen.
Also auf Gmail, Kalender, die Docs, Sheet etc.
Dann ist es natürlich, aus allen Daten aggregiert
er dir halt die wichtigsten Informationen.
Es gibt sowas, das hat er gesagt, es
gibt ein Daily Brief morgens und dann guckt
er sich halt alles an und sagt, was
für dich heute wichtig ist.
Oder er hat ihm, der das vorgeführt hat,
einen Auftrag gegeben, eine Blockparty, also so ein
Viertel, Stadtteil, Viertel, was zu organisieren, Mails rauszuschicken,
zu tracken, wer hat abgesagt, wer hat zugesagt
und er füllt dann automatisch selber das alles
in so einen Google Sheet ein, dass du
da gar nicht mehr großartig nachhaken musst.
Das ist schon sehr agentik, das finde ich
schon ziemlich geil.
Die Standard-Google-Searchbox hat auch ausgedient, also
das Feld, wo du irgendwas eintippst.
Wir haben gesagt, das wird sowieso mehr mittlerweile
als Prompt benutzt, als wirklich nur nach einem
Wort zu suchen, sodass da jetzt eine Intelligenz
hinten dran hängt, die dir immer vorschlägt, wie
du deine Suche verbessern kannst.
Also es ist kein Autocomplete, sondern geht ein
bisschen intelligenter daran, insbesondere, weil er den Kontext
immer mehr versteht.
Der lernt also auch durch deine Suche und
was, was du gerade vorher angeschaut hast und
so weiter.
Und es gibt solche Information Agents, die du
über diese Searchbox wahrscheinlich auch starten kannst.
Diese Information Agents suchen die Daten zusammen, die
du gerne hättest.
Also das Beispiel war hier ein Aktien-Screener,
der nach gewissen Kriterien, gemittelter Durchschnitt, eventuell Umsatz
und Gewinnprognose, daraus dir eine Liste aktueller Aktien
gibt und das auch ständig aktualisiert.
Also der läuft die ganze Zeit im Hintergrund
und sobald sich irgendwo was ändert, du kannst
dann sagen, pass mal auf, wenn hier der
Wert über 200 Dollar geht, dann sag mir
bitte Bescheid oder wenn er unter irgendwas geht,
dann sag mir Bescheid, dann verkaufe ich den
Wert wieder.
Und wenn man das so hört, sieht man
wieder eine ganze Menge Bereiche, die durch Google
gefährdet sind, die bisher gutes Geld verdienen und
wenn Google das alles selber macht, dann sieht
es da auch wieder übel aus.
Aha.
Was mich ja auch immer sehr interessiert ist
E-Commerce, auch wenn E-Commerce sicher nicht
mehr die Cash-Cow ist wie früher.
Die haben zwei Protokolle, zwei neue Protokolle definiert
und sich auch mit den großen Anbietern wie
Amazon etc.
Shopify darauf geeinigt das zu benutzen.
Das ist einmal das Universal Commerce Protokoll und
das Agent Payment Protokoll.
Die zwei Sachen ermöglichen halt einen besseren normierten
Datenaustausch zwischen allen und dadurch gibt es eine
Funktion, die ein gemeinsamer Warenkorb für alles ist.
Du kannst bei Google dann sagen, ich lege
das, das und das und das in den
Warenkorb.
Das muss aber nicht alles vom selben Shop
sein und eine Zahlung wird dann halt entsprechend
verteilt auf die jeweils einzelnen Einkäufe.
Sehr, sehr spannend.
Und was mir immer überall zu kurz kommt,
das ist, was ist denn jetzt der wissenschaftliche
Nutzen von der KI?
Wo wird das denn eingesetzt?
Man hört ja nie irgendwas in der Medizin,
was für neue Erkenntnisse da waren.
Das ist ja irgendwie nicht so interessant, wie
das neue Modell kann jetzt den Trump noch
lebensechter darstellen.
Ich finde, da ist der Fokus nicht richtig
und deshalb gibt es auch ein Akzeptanzproblem von
KI.
Es gibt einen Bereich von Google, der heißt
Gemini for Science.
Dort wird kräftig investiert und da gibt es
auch schon erste Ergebnisse.
Hat das nur so angedeutet.
Was gegen Krebsmittel, das ist in der vorklinischen
Studie etwas gegen irgendwelche Stoffwechselerkrankungen.
Sowas musst du doch viel, viel öfter hören.
Und dann haben sie noch ein schönes Beispiel
gegeben aus dem Bereich Wetter.
Dort gibt es seit letztem Jahr ein Hurrikan
-Prediction-Modell.
Gerade in Amerika gibt es ja diesen Belt,
wo es immer viele, viele Hurrikans gibt.
Und die Vorhersage, wenn du das schon eine
Stunde früher vorhersagen kannst, hilft schon vielen Leuten,
sich in Sicherheit zu bringen.
Dort verlässt man sich jetzt mehr und mehr
auf diese Vorhersage-Modelle.
Finde ich auch eine schöne Sache.
Betrifft uns in Europa jetzt eher weniger.
Sowas, das sind so Good News.
Die müssten wir viel öfter hören.
Ich habe hier Bad News für dich.
Unser Essen wird kalt.
Können wir jetzt in Limo essen?
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage-Skepsis.