GPT-6: Wenn die KI alles kann, was machen wir dann?
AGI, Computer Use und das Produktivitäts-Paradoxon
09.09.2026 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
GPT-6 wird von führenden Köpfen der KI-Branche bereits in die Nähe von AGI gerückt. Besonders beeindruckende Benchmark-Ergebnisse nähren diese Einschätzung – gleichzeitig bleibt die Frage, wie aussagekräftig solche Tests tatsächlich sind und ob eine KI wirklich „alles“ kann.
Spannender ist vielleicht eine andere Entwicklung: GPT-6 ist stark auf Computer Use ausgelegt und kann komplette Abläufe am Computer übernehmen – von der Bildbearbeitung über die Videoproduktion bis zur Veröffentlichung. Gleichzeitig verliert klassisches Prompt Engineering an Bedeutung, weil KI-Systeme zunehmend selbst herausfinden, was der Nutzer eigentlich erreichen möchte.
Damit entsteht ein neues Produktivitäts-Paradoxon: Wenn die KI immer mehr erledigen kann, wird nicht mehr die Technik zum limitierenden Faktor, sondern der Mensch. Vibe-Coding-Projekte lassen sich zwar beeindruckend schnell erstellen, doch aus einer technischen Demo wird noch lange kein echtes Produkt. Zwischen schnellem Erzeugen und echter Produktivität liegt weiterhin ein entscheidender Unterschied.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Diese Podcast-Folge über KI nutzt zusätzliche KI
-generierte Stimmen.
Ja, Mahlzeit.
Mahlzeit.
Sag mal, hast du gehört?
Es gibt jetzt GPT-6.
Super, ich freue mich schon wieder mit einem
geklauten Auto durch die Stadt zu fahren.
Net-GTA-6, sondern GPT-6 von OpenAI.
Das macht dir doch immer wieder Spaß, oder?
Absolut.
Der Jensen Wangs, also der Chef von NVIDIA,
hat sogar gesagt, das sei AGI.
Und wie wir wissen, steht AGI für Artificial
General Intelligence.
Also eine KI, die in allem gut ist.
Aha.
Und auch OpenAI hat in Form von Craig
Brockman, das ist der CEO von OpenAI, eine
ähnliche Formulierung gewählt.
Allerdings waren die ein bisschen vorsichtiger und er
hat das eher so im Stile von Zurück
in die Zukunft gesagt.
Wenn wir in der Zukunft zurückschauen, dann wird
der Moment der Veröffentlichung von GPT-6 wahrscheinlich
der Beginn von AGI gewesen sein.
Die halten sich da natürlich ein bisschen mehr
bedeckt, denn es kann natürlich sein, dass es
Dinge gibt, die nicht so funktionieren, die die
jetzt bisher noch nicht gesehen haben.
Also das, was ich standardmäßig in irgendwelchen PowerPoint
-Präsentationen, die die KI erstellt, irgendein Blödsinn drin
ist oder sowas anderes.
Und dann steht es natürlich doof da, wenn
du gesagt hast, hier, AGI kann alles, ist
der Beste.
Aber wenn du nach den Benchmarks gehst, dann
sind wir schon nah am Besten.
Es gibt einen Benchmark, der heißt ARC-AGI,
der also so ein bisschen der Maßstab für
das Erkennen von AGI ist.
Und da hat GPT-6 99,9 Prozent
gemacht.
Das von Anthropic auch in dieser Woche herausgekommene
Mythos 5.1 macht in dem Bereich 50
Prozent.
Das ist also eine riesen Diskrepanz.
Interessant.
Aber wir wissen natürlich auch, spätestens seit dem
Skandal um die Abschaltvorrichtung bei der Abgasprüfung, hier
kann man natürlich auch manipulieren und jede Benchmark
kannst du irgendwie austricksen.
Bis vor kurzem war ja OpenAI noch ganz
scharf drauf, AGI auszurufen.
Das hat aber ganz vertragsrechtliche Gründe, denn Microsoft
ist ja ein großer Investor bei OpenAI.
Dort stand eine Klausel drin, wenn AGI erreicht
ist, verändern sich die Einflussverhältnisse und so weiter.
Deshalb wollte OpenAI möglichst schnell das ausrufen.
Aber mittlerweile haben die das irgendwie anders vertraglich
umgeschrieben, dass das jetzt nicht mehr die Motivation
ist, AGI aufzurufen.
Aha.
Was man ja schon lange merkt, dass es
den Job des Prompt Engineers, der ja mal
so hochgehalten wurde als Nachfolger von einem Programmierer,
dass man gesagt hat, Programmieren macht jetzt die
KI, aber die Vorgaben, das Prompt Engineering, das
machst jetzt du, weil das ist ja so
ähnlich wie eine Programmiersprache.
Das ist mittlerweile echt obsolet geworden, denn eine
KI will viel mehr mit dir reden, um
selber dann für sich selbst das Prompt zu
machen.
Du kannst es niemals so gut.
Deshalb fängt man halt einfach an, mal seine
Idee zu umreißen, am besten mit Spracheingabe.
Und die KI wird dann schon dich immer
weiterführen in eine Richtung oder Vorschläge machen, in
welche Richtung es weitergehen soll.
Deshalb sind Prompts bei Weitem nicht mehr so
bedeutend, wie das mal eine Zeit lang war.
Was aber bedeutend ist, ist die Möglichkeit der
KI, den Computer zu überlassen.
Das haben wir ja in der Vergangenheit schon
öfters gehabt.
Es ist natürlich immer ein Abwägungsprozess, will ich
das wirklich der KI erlauben.
GPT-6 ist komplett für Computer Use ausgelegt.
Und ich habe letztens eine Demo gesehen, da
hat einer der KI gesagt, mal doch mal
bitte ein Bild mit dem und dem Inhalt.
Im Hintergrund soll die Golden Gate Bridge sein
und so weiter, aber mach das bitte mit
Adobe Photoshop.
Dann nimmst du dieses Bild und renderst das
in Higgsfield zu einer Szene.
Das Video, was dann da entsteht, das lädst
du zu YouTube und machst auch alle Beschreibungen,
die man dafür braucht.
Und das hat alles ein und frei geklappt.
Der übernimmt dann den Cursor oder den Mauszeiger,
genauso wie man das früher hat, wenn man
mal eine Fernwartung bekommen hat.
Und dann auch, jetzt fassen Sie die Maus
nicht an, ich mache den Rest für Sie.
So macht das die KI.
Ich habe irgendwo gelesen, dass es dann sogar
zwei Cursor geben kann, zwei Mauspointer.
Das weiß ich nicht, ob das technisch überhaupt
möglich ist.
Vielleicht ist es auch nur im übertragenen Sinne
gemeint gewesen.
Aber das Ergebnis, das hat alles geklappt.
Die Fehler, die die KI macht, die sind
wohl bei GPT-6 wirklich sehr klein geworden.
Aber man muss sich auch im Klaren sein,
dass die KI jetzt so viel kann und
du eigentlich nicht mal mehr so in der
Lage bist, dieses Maximum in irgendeiner Art und
Weise auszunutzen.
Es gibt also so ein Paradoxon der Produktivität.
Du hast das Gefühl, ich kann alles machen,
weil die KI alles kann.
Du bist jetzt aber der limitierende Faktor.
Und wenn ich dann immer schon die Leute
sehe, die bei YouTube sagen, ich habe damit
in drei Tagen Roblox nachgebaut oder Minecraft.
Da muss man dann schon sagen, Spoiler-Alarm,
das gibt es schon.
Denkt dir doch mal was Neues aus.
Und ich glaube, dort kommen wir an ein
Limit, wo es nicht mehr weitergeht.
Ich sehe das ja bei mir selber.
Ich habe eine ganze Menge Projekte gemacht, die
ich ziemlich cool fand.
Aber es sind halt trotzdem nur Technik-Demos.
Für mich ist das in Ordnung.
Ich habe da halt Spaß dran und wollte
auch was erzählen können.
Aber für viele andere ist das auch so.
Sie haben Projekte, haben da auch Zeit reingesteckt.
Aber der Schritt von einem Weib-Coding-Projekt
zu einem echten Produkt, das ist was anderes.
Man spricht davon Scheinflice.
Das heißt, ich habe wahnsinnig viel Arbeit reingesteckt.
Aber eigentlich generiere ich nur Code für Projekte,
die nie fertig werden.
Diese Möglichkeit, schnell Sachen zu erzeugen auf einem
oberflächlichen Level, das ist fast so etwas wie
das digitale Dopamin.
Aber das ersetzt halt nicht die echte Produktivität.
So wie deine Worte nicht meine Pommes ersetzen.
Können wir jetzt endlich mal essen?
Das ist die KI-Kantine.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Hier ist die KI-Kantine.