KI mit besonderen Fähigkeiten: Skills statt Prompt-Chaos
Wie modulare KI-Skills das Kontextproblem lösen und Ordnung in den Wildwuchs bringen
28.01.2026 8 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge der KI Kantine geht es um ein sehr praktisches Problem im KI-Alltag: überladene Kontextfenster und immer unschärfere Antworten durch wiederverwendete Prompt-Fragmente. Buschi erklärt, warum das ständige Kopieren von Systemprompts und Anweisungen das „Arbeitsgedächtnis“ der KI unnötig verstopft.
Anhand des Skill-Konzepts von Claude zeigt er, wie sich dieses Problem elegant lösen lässt. Statt alles permanent mitzuladen, werden Fähigkeiten als einzelne, klar definierte Skills organisiert, die nur bei Bedarf aktiviert werden.
Die Folge spannt den Bogen von technischen Details über Unternehmensanwendungen bis hin zu einer Küchen-Analogie, die MCPs, Skills und Agents verständlich voneinander abgrenzt – serviert wie immer aus der KI Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit.
Mahlzeit.
Sag mal, kennst du das Filmzitat?
I don't know who you are, but I
have a very particular set of skills.
I will look for you.
I will find you.
Der Film mit Liam Neeson, da, wo seine
Tochter entführt wird.
Ja, ganz genau.
Und diese particular skills kann jetzt auch deine
KI nutzen.
Aha.
Du kennst es ja auch, wenn du ein
gutes Prompt schreiben willst, kopierst du dir meistens
von irgendwo anders hier einen Teil des Prompts
mit dazu, weil du es immer brauchst.
Oder du gibst einen Systemprompt mit.
Ja, oder bei ChatsGBT heißt es Custom Instructions.
Und wenn du dir das von überall her
holst, dann verstopft dir das sozusagen dein Kontextfenster.
Das KI-Arbeitsgedächtnis wird also völlig überladen.
Völlig unnötiger Kram steht da drin, den es
nie braucht für diese eine Aufgabe.
Deshalb kriegst du auch weitaus unschärfere Antworten von
der KI.
Aber da gibt es jetzt was Neues.
Und zwar ist das Cloat Skills.
Interessant.
Die haben was ganz Intelligentes gemacht.
Die nennen das Progressive Disclosure, ist aber eigentlich
nichts anderes als, dass die KI immer nur
das lädt, was sie wirklich braucht.
Und so ein Skill ist eigentlich nichts anderes
als ein Ordner, und da ist eine Datei
drin.
Und in der Datei steht einmal, was dieser
Skill kann, und es steht das lange Prompt
drin, was es dann ausführen soll.
Cloat lädt aber einfach nur den Namen und
eben diese Beschreibung, was dieser Skill denn können
soll.
Das sind echt wenige Tokens.
Ist schlau genug, festzustellen, je nach der Aufgabe,
die es bekommt, ob es diesen Skill dazuladen
soll oder nicht.
Also als Beispiel, wenn du Cloat sagst, erstell
mir doch eine PowerPoint-Präsentation zu dem Thema,
dann merkt Cloat, Moment mal, ich hab ja
einen Skill, der heißt PowerPoint-Skills, den sollte
ich jetzt mal dazunehmen.
Wenn du aber irgendeinen Bug fix in deinem
Code machst, dann ist ja dieser PowerPoint-Skill
völlig überflüssig.
Der wird dann auch gar nicht geladen.
Was ich halt echt gut finde, ist, dass
das sehr, sehr simpel gelöst wurde, indem es
einfach ein Ordner auf deinem Rechner ist, wo
so eine Skill.markdown-Datei steht, und fertig.
Du kannst noch ein paar Skripte dazu packen,
und die kann dann Cloat auch ausführen.
Zum Beispiel, ein Transkript aus einem YouTube-Video
zu laden.
Dafür würdest du ein Python-Skript zur Verfügung
stellen, und das Skript weiß genau, wie man
dieses Transkript aus dem YouTube-Video rüberzieht.
Und Cloat weiß dann, immer wenn ich was
mit YouTube-Transcriptions machen soll, da lade ich
mal diesen Skill dazu.
Ach, sieh mal da, ich weiß ja sogar
durch das Skript, wie es geht.
Trotzdem ist es natürlich ein bisschen kompliziert, so
einen Skill zu erstellen.
Und jetzt kommt der Witz bei der Sache.
So ein bisschen, da sind wir wieder bei
Filmzitaten, ein bisschen Inception-mäßig.
Denn es gibt auch einen Cloat-Skill, der
heißt Skill Creator.
Dem kannst du dann beschreiben, was für einen
Skill du gerne hättest.
Und dann sucht er sich das zusammen und
erstellt den für dich.
Aha.
Das hat natürlich im Unternehmensumfeld enorme Vorteile.
Denn wenn so ein Skill mal gut ausgearbeitet
ist, kann man dem ganzen Unternehmen teilen.
Und dann machen alle das Gleiche.
So kriegst du also eine Normierung rein, denn
im Prinzip hast du ja im Moment noch
einen Wildwuchs.
Jeder nutzt seine KI, wie er will.
Ist das jetzt das Gleiche wie MCP?
Ja, MCP und Skills sind aber nicht das
Gleiche.
Ein MCP, der verbindet den Cloat mit einer
externen Datenquelle.
Die Skills arbeiten dann mit dem, was der
MCP dir liefert.
Ich habe eine schöne Analogie zu dem ganzen
Thema gelesen.
Du musst dir vorstellen, in der Restaurantküche.
Das MCP ist der Einkauf.
Die Waren, die dann der Küche zur Verfügung
gestellt werden.
Skill ist quasi das Rezept.
Also der genaue Ablauf.
Was muss ich wann tun?
Was muss ich dafür benutzen?
Und jetzt haben wir natürlich auch noch diese
Agents oder Subagents.
Das sind die Köche.
Von diesen Köchen hast du welche, die völlig
autark das ganze Menü kochen.
Das sind dann Agents, die man stundenlang nicht
mehr hört oder sieht.
Und dann gibt es eben für die Teilaufgaben.
Dann hast du welche, die eigentlich nur die
eingekauften Möhren schneiden.
Dann sind sie fertig und dann ist ihre
Aufgabe erst mal erledigt.
Interessant.
Und weil das Konzept so schön ist und
so flüssig, machen mittlerweile fast alle mit.
Also es ist nicht nur Claude, auch so
Google und JGBT und Cursor.
Alle arbeiten mittlerweile mit diesem Skillkonzept der Ordner,
sodass du das einmal machen musst und dann,
egal mit was du programmierst, kannst du immer
diese Skills wieder einsetzen.
Und ich finde es auch gerade für so
Corporate-Identity-Themen ganz hervorragend, wenn das in
der ganzen Firma verbreitet ist.
Es gibt ja verschiedene Leute aus Firmen, die
Präsentationen machen.
Und schön ist, wenn die Präsentationen alle in
einheitlicher Form sind.
Wenn du dann einen Skill erzeugst für die
ganze Firma, wo drin steht, bitte benutze diese
Schriftart, diese Schriftgrößen werden nur benutzt, so ist
der Aufbau einer Folie, dann erspart das viel
Mühe, denn die Leute lassen natürlich ihre Präsentationen
auch von KIs erstellen.
Und die KI hat viel mehr Rahmenbedingungen durch
diese Skills, weil sie die einfach mitnutzen kann.
Mein größter Skill ist ja, Spaghetti fehlerfrei zu
verarbeiten.
Können wir jetzt in Limon essen?
Das ist die KI-Kantine.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Ponz
und einer Beilage Skepsis.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Hier ist die KI-Kantine.
Untertitelung des ZDF für funk, 2017 Untertitelung des
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