Kimi K3 greift an: Ist das Rennen um die beste KI plötzlich wieder offen?
Anthropic, OpenAI, Meta, xAI und jetzt Kimi K3: Warum der KI-Markt gerade komplett neu gemischt wird – und weshalb Preis, Geschwindigkeit und Open Source plötzlich wichtiger werden als reine Benchmark-Rekorde.
22.07.2026 10 min
Zusammenfassung & Show Notes
Kaum ist der Urlaub vorbei, überschlagen sich die Neuigkeiten aus der KI-Welt. Anthropic veröffentlicht Claude Fable 5, OpenAI zieht mit GPT-5.6 nach und Meta sowie xAI bringen ebenfalls neue Modelle ins Rennen. Doch längst geht es nicht mehr nur darum, welches Modell die höchste Intelligenz erreicht. Immer stärker rücken Kosten, Geschwindigkeit und der konkrete Einsatzzweck in den Mittelpunkt.
Für besondere Aufmerksamkeit sorgt Kimi K3 aus China. Das Open-Source-Modell erreicht in vielen Bereichen beinahe das Niveau der amerikanischen Spitzenmodelle, kostet deutlich weniger und kann sogar auf eigener Hardware betrieben werden. Dadurch verändert sich die Diskussion: Braucht wirklich jede Anwendung ein teures Frontier-Modell oder reichen günstigere Alternativen aus? Genau diese Entwicklung könnte den KI-Markt in den kommenden Monaten nachhaltig verändern.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Ah, da ist er ja wieder, der Urlauber.
Mahlzeit!
Sag mal, da ist man mal ein paar
Tage im Urlaub und auf einmal gibt es
so viele neue Modelle, da müssen wir, glaube
ich, mal darüber reden.
Also, ich habe überhaupt nichts mitbekommen.
Vor meinem Urlaub habe ich dir doch erzählt,
dass von Anthropic das Fable 5 und von
OpenAI das Chachipiti 5.6 von der US
-Regierung erstmal auf Halde gelegt wurde, wegen Sicherheitsbedenken.
Und zwar haben wir halt Angst gehabt, dass
die LLMs so fähig sind, dass sie Sicherheitslücken
entdecken können und ausnutzen können.
Beide Modelle sind jetzt wieder freigegeben und öffentlich
zugänglich und man überschlägt sich vor Begeisterung.
So, der große Platz hier ist Fable 5.
Selbst auf der Seite von OpenAI wird daraufhin
referenziert, aber wir sind ja fast so gut.
Und genau genommen muss man da sehr genau
differenzieren, denn in manchen Dingen ist halt eben
OpenAI besser, in manchen Dingen ist Anthropic besser.
Anthropic ist auf jeden Fall besser im Geldkassieren,
weil es ist echt viel, viel teurer.
Für Fable 5 bezahlst du im Moment 10
Dollar Input und 50 Dollar Output.
Das stärkste Modell von Chachipiti, das ist das
Chachipiti 5.6 Soul.
Das kostet 5 Dollar Input und 30 Dollar
Output.
Und die kämpfen schon bei vielen Benchmarks auf
Augenhöhe.
Und klar hast du in diesem ganzen Kampf
immer viele Stellschrauben und Argumentationshilfen.
Je nachdem, was für eine Aufgabe es ist,
ist eben das besser und dann ist es
das besser.
Im Programming ist das besser, aber nur wenn...
Also es gibt sehr viele softe Faktoren, die
immer wieder dein Ergebnis beeinflussen.
Aha.
Und im Sog von diesen Frontier-Models, wie
man das so schön nennt, gibt es jetzt
noch andere Models.
Auf einmal hat sich Meta gemeldet und sagt,
hallo, wir können auch noch was.
Und die haben ein neues LLM-Modell und
diesmal kein Open Source, sondern ein über Schnittstelle
zugreifbares Modell.
Das heißt Muse Spark 1.1. Und wir
gehen halt so eine andere Richtung.
So ähnlich wie Aldi und also die Discounter
und die normalen Supermärkte.
Denn die von Meta sagen, ja aber sorry,
wann brauchen wir denn nun wirklich diese wahnsinnige
Intelligenz?
Es reicht ja auch ein bisschen weniger zu
einem tollen Preis.
Und weil wir schon über Preise geredet haben,
das Muse Spark 1.1 kostet Input 1
,25 Dollar und Output 4,25 Dollar.
Im Vergleich zu den 50 Dollar bei Adropic,
das ist schon ein riesen Unterschied.
Interessant.
Und das ist genau wie die Frontier-Models
auch multimodal.
Das heißt, du kannst Bilder hinschicken, du kannst
Bilder erzeugen lassen.
Also das kann das gleiche.
Ein bisschen schwächer vielleicht, aber eigentlich auch schneller
wiederum.
Und apropos schneller.
Grok, also die KI von SpaceX, ist auch
eine neue Version rausgekommen.
Grok 4.5. Auch hier mal die Preise.
2 Dollar Input, 6 Dollar Output.
Die positionieren sich also eher in Richtung Meta
und Discounter-Variante.
Aber mit dem habe ich jetzt tatsächlich schon
aktiv ein Projekt gemacht.
Und ich muss dir sagen, vielleicht bin ich
zu anspruchslos, aber bei mir reicht es.
Das war jetzt ein One-Shot, den ich
gemacht habe.
Und ich war schon wirklich sehr zufrieden, wie
die Kommunikation lief.
Und wie das Ergebnis jetzt für den ersten
Wurf, das fand ich schon ziemlich gut.
So und wer fehlt jetzt bei der Aufzählung?
Google.
Google kriegt es mal wieder nicht geregelt.
Das ist ein ganz lustiges Rennen.
Weil Google war ja eine Zeit lang der
Herausforderer.
Wo es hieß, oh wir hätten nicht gedacht,
aber Google.
Jetzt hat das wirklich mit Gemini voll gerissen.
Also im Sinne von gut gemacht.
Und jetzt ist es wieder tote Hose.
Jetzt hörst du nichts mehr.
Gemini 3.5 ist schon ewig eigentlich angekündigt.
Es kommt aber nicht.
Wir haben wohl ein Problem.
Und wie du vielleicht merkst, das sind jetzt
alles amerikanische Modelle.
Das ist auch das Selbstverständnis der Amerikaner.
Dass sie mindestens zwölf Monate allen anderen KI
-Herstellern, allen anderen Modellen aus China oder Europa,
zwölf Monate den voraus.
Und jetzt vor ein paar Tagen kam Kimi
K3 raus.
Tja und dann waren mal wieder alle geschockt.
Das war wieder so eine Art Dieb-Sieg
-Moment wie vom letzten Jahr.
Denn Kimi K3 kommt fast überall auf die
Fable-Fähigkeiten.
Ist aber Open Source.
Das heißt rein theoretisch könntest du es auch
auf eigener Hardware laufen lassen.
Und hierfür sind die Kosten im Moment so
bei 3 Dollar Input, 15 Dollar Output.
Da gibt es aber sicher eine Dynamik, weil
es wie gesagt Open Source ist.
Und so OLAMA und wie sie alle heißen,
die Cloud-Anbieter, können das bei sich draufpacken.
Und auch an eigenen Preisen arbeiten.
Das heißt es könnte auch noch um einiges
günstiger werden.
Und man muss sich halt auch mal überlegen,
wie die Geschichte jetzt war, dass die Frontier
-Models auf einmal von der US-Regierung zurückgehalten
wurden.
Das ist natürlich ein Unsicherheitsfaktor, wenn du ein
Unternehmen hast, was sich auf die Nutzung da
angewiesen ist.
Wenn die jetzt natürlich sagen, okay, wir nehmen
Kimi K3, da gibt es vielleicht eine bessere
Verfügbarkeit und das ist nicht so risky.
Dann bewegt sich das eventuell alles weg von
den amerikanischen Rechenzentren.
Und deshalb ist letzte Woche an der Börse
die ganzen Rechenzentrenbetreiber, beziehungsweise alles, was damit
zusammenhängt, mittlerweile hängt ja alles damit zusammen, selbst
Bagger, ist alles abgestürzt, weil es hieß, vielleicht
ist es doch wieder mal nicht so erforderlich,
so ein High-End-Rechenzentrum und immer wieder
eins dazu zu bauen und noch eins dazu
zu bauen, wenn das mit den China-Open
-Source-Modellen vergleichbar gut geht.
Die Stimmen wurden natürlich auch wieder lauter.
Wieso bremsen wir hier?
Denn nach Einschätzung der Experten ist dieses Kimi
K3 maximal fünf Monate nur noch hinter dem
Stand der Frontier-Models.
Interessant!
Wenn man so auf X oder anderen Plattformen
schaut, dann hat sich da auch die grundlegende
Einstellung zu Kosten und Modellen sehr verändert im
letzten halben Jahr.
Vor einem halben Jahr liest du noch dauernd,
ich lasse alles nur auf dem High-End
-Modell laufen, der kann es am besten.
Aber das war natürlich noch in massiven Flatrate
-Zeiten, als das alles noch subventioniert war von
Antropic und OpenAI.
Und jetzt ist man schon immer sehr genau
am gucken, was für ein Modell benutze ich
denn hier für, was ist eigentlich viel zu
teuer.
Dieses ganze Token-Maxing ist ja auch schon
längst ein Thema der Vergangenheit.
Du musst halt irgendwie im Moment entscheiden, was
bin ich denn bereit für eine Intelligenz zu
bezahlen.
Möchte ich, dass sie sehr schnell ist, dafür
teurer?
Möchte ich, dass sie sehr intelligent ist, dafür
teurer?
Oder möchte ich es ein bisschen ruhiger angehen
lassen, wegen mir kann es auch eine Minute
länger nachdenken, dafür spare ich aber Geld bei
vergleichbarer Intelligenz.
Für solche Entscheidungen gibt es ja jetzt mittlerweile
jede Menge Tools.
Mich wundert, Chet Chibiti hat mal gesagt, wahrscheinlich
vor einem halben Jahr, ein bisschen mehr, wir
entscheiden intern.
Macht dir da mal keine Sorgen drüber, es
wird schön geroutet, billige Aufgaben machen wir so,
teure Aufgaben und aufwändige Aufgaben machen wir so.
Aber das muss für dich nicht von Bedeutung
sein, das lösen wir intern immer zu deinen
Gunsten.
Jetzt ist zum Beispiel Chet Chibiti 5.6
wieder in drei Varianten rausgekommen.
In, es nennt sich Soul, Luna und Terra.
Dabei ist Luna sehr günstig, Terra ist so
ein bisschen mittendrin und Soul ist halt das
Premium-Produkt.
Angeblich hat Soul quasi sie selber umgebaut, damit
es als Terra und als Luna genutzt werden
kann.
Naja, Geschichten aus dem Paulaner Garten.
Apropos Paulaner Garten, können wir jetzt in Limor
essen?
Das ist die KI-Kantine, wir sitzen in
der KI-Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.