Die KI Kantine - Der Podcast

Michael Busch

Kolibri: Ein deutsches KI-Modell mit eigenen Stärken

Warum Aleph Alpha bei Sprache, Effizienz und europäischem Kontext andere Wege geht.

14.10.2026 6 min

Zusammenfassung & Show Notes

Welche leistungsfähigen Sprachmodelle gibt es eigentlich aus Europa? Neben dem französischen Anbieter Mistral gibt es mit Colibri 1 ein neues Openweight-Modell von Aleph Alpha aus Heidelberg. Es soll in Benchmarks konkurrenzfähig sein und setzt auf Deutsch und Englisch. Besonders interessant: Bei mathematischen Aufgaben kann es Vorteile bringen, die Fragen auf Deutsch zu formulieren.

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf den Trainingsdaten. Weil herkömmliche Filter lange deutsche Wörter aussortierten, musste Aleph Alpha die Datenaufbereitung an die Besonderheiten der deutschen Sprache anpassen. Auch kultureller Kontext spielt eine Rolle. Dazu kommen ein Training, das den Umgang mit Unsicherheit fördern soll, und eine Mixture-of-Experts-Architektur, bei der nur die jeweils benötigten Spezialisten aktiviert werden.

Was bedeutet das für den Einsatz von KI in deutschen Behörden und der Industrie? Und warum könnte ein Modell, das seine Grenzen kennt und effizient arbeitet, gerade im europäischen Umfeld interessant sein?

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Transkript

(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Diese Podcast-Folge über KI nutzt zusätzliche KI -generierte Stimmen. Ja, Mahlzeit. Mahlzeit. Sag mal, kennst du eigentlich irgendwelche LLMs, die aus Europa kommen oder sogar aus Deutschland? Ja, da gibt es doch diese Firma aus Frankreich, oder? Ja, genau, das ist hier dieses Mistral Large 4 ganz neu rausgekommen. Spitzname LeChonk, das heißt auf Deutsch so viel wie der Brocken. Aha. Und was man so liest, ist das ein ziemlich gutes, konkurrenzfähiges Modell. Aber jetzt haben wir sogar was aus Deutschland, aus Heidelberg, von der Firma Alep Alpha. Die haben mit Colibri 1 auch ein wettbewerbsfähiges LLM erstellt, Openweight. Also sprich, du darfst es auch unter Apache 2 Lizenz benutzen, umwandeln und in eigene Produkte einbauen. Und im Vergleich zu den ganzen Openweight-Sachen wie Gwen, Deepseek und Kimi, da führt das in vielen Benchmarks die ganze Gruppe an. Interessant. Übrigens, Colibri, das ist doch dieser Vogel, der ohne viel Aufwand auf der Stelle stehen bleiben kann, ne? Also quasi wie deine Karriere. Ja, ja, unglaublich witzig. Hast du schon mal was von der Pareto -Grenze gehört? Das ist also das optimale Verhältnis von Leistungsfähigkeit und Kosten. Das ist ein Begriff, der ja aus der Ökonomie kommt. Und da sitzt Colibri vor allen anderen Openweight -Modellen. Und interessanterweise kann Colibri nur zwei Sprachen, Englisch und Deutsch. Mathematische Probleme zum Beispiel löst Colibri wesentlich besser, wenn sie ihm auf Deutsch dargeboten werden. Dadurch, dass das ganze Training für dieses LLM ja auch unter dem europäischen Mantel passiert ist, bedeutet auch Berücksichtigung von dem AI-Act und auch von DSGVO und einer sehr starken Ausrichtung auf die deutsche Sprache, eignet sich das halt hervorragend für deutsche Behörden oder die Industrie oder auch die deutsche Luftfahrt. Interessant. Über 20 Prozent der Lerndaten waren deutschen Ursprungs, also in deutscher Sprache. Und diese deutschen Texte mussten halt erstmal vernünftig verarbeitet werden. Da hast du so einen Crawler, der nimmt sich halt die ganzen Daten und die haben das amerikanische System für Filterung dahinter benutzt. Und das Ergebnis war eher enttäuschend und es ist so sehr alles runtergebrochen worden, dass sie gesagt haben, woran liegt das denn? Und haben es sich mal genauer angeschaut. Dieser amerikanische Filter filtert stark auf lange Worte. Also lange Worte werden quasi rausgenommen aus dem Text. Da wir Deutschen aber die Könige der langen Worte sind und der Wort-Aneinanderreihung hat eine Überarbeitung des Filters dazu geführt, dass es wesentlich mehr guten Input gab. Man würde ja sagen, warum haben sie nicht einfach englische Texte ins Deutsche übersetzt? Das haben sie sicher auch gemacht. Aber die sagen halt, wenn man das so macht, verliert man ganz schön viel an kulturellem Kontext, also an dem deutschen Kontext, denn manche Begriffe gibt es halt nur im Deutschen und die würden sonst, wenn man nur aus dem Englischen übersetzt, nie auftauchen und das würde das LLM nie lernen. Und gerade wenn du dieses LLM ja in Behörden einsetzen willst, und wir wissen ja alle, Behörden lieben ihre Schachtelworte, die hören überhaupt nicht mehr auf. Davon wüsste jetzt das LLM erstmal gar nichts, weil es alles rausgefiltert worden wäre. Und dann haben sie noch was gemacht, was sich Refrasing nennt. Also wir haben ein LLM benutzt, das einen organisch geschriebenen Text in verschiedenen Varianten nochmal erstellt. Also einmal als Eintrag in eine Enzyklopädie, als Dialog mit Frage und Antwort oder halt als eine Textpassage. Dadurch hat das LLM halt gelernt, dass es verschiedene Aufbereitungen des gleichen Inhalts gibt. Was ich auch sehr interessant finde, dass dieses LLM so trainiert wurde, dass es auch klar ausdrückt, wenn es etwas nicht weiß und nicht anfängt zu halluzinieren, um dem Fragenden eben ein gutes Gefühl zu geben. Auch das kommt sicher in den Behörden gut an, da hörst du ja auch sehr oft, das weiß ich nicht, da müssen Kollegen fragen. Colibri 1 ist ein Mixture of Experts Model. Mit dieser Herangehensweise ist es effektiv, also es arbeitet schnell und es braucht auch nicht so viel Rechenleistung dafür. Du musst dir das so vorstellen, als wäre das, wir haben ja schon mal das Bild von so einem LLM als großes Bürogebäude gesehen, wo halt die Tokens durch die Stockwerke geleitet werden. Und hier ist es dann im Prinzip so, als würde in diesem Gebäude eine Agentur sein, die hat hundert von verschiedenen Spezialisten. Jeder macht seinen eigenen Kram, ist für seinen Kram Spezialist. Das Colibri hat so rund 400 Experten auf jedem Layer. Jeder wird nur angeschaltet, wenn er wirklich gebraucht wird. Das ist halt eine Kosten- und Energiesparende Methode, vernünftige Antworten zu generieren. Ich war eben auch bei mehreren Experten. Ein Experte für Salat und ein Experte für Schnitzel. Können wir jetzt in Limo essen? Das ist die KI-Kantine. Wir sitzen in der KI-Kantine. Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Ponz und einer Beilage Skepsis. Wir sitzen in der KI-Kantine. Hier ist die KI-Kantine.