Metas 10x-Experiment: Wenn KI mehr Code, aber weniger Innovation produziert
Mark Zuckerberg wollte Meta mit KI radikal umbauen. Kleinere Teams, weniger Menschen, mehr KI-Agenten – und die Hoffnung auf eine neue Generation von 10x-Performern.
02.09.2026 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
Mark Zuckerberg wollte Meta – also Facebook und Instagram – mit dem sogenannten Project OT („Organization Transformation“) in ein AI-Native-Unternehmen verwandeln. Die Idee: gewachsene Strukturen aufbrechen, Teams massiv verkleinern und hochbezahlte Top-Performer mit KI-Agenten ausstatten. Projekte sollten in kleinen Teams innerhalb von vier Wochen Prototypen hervorbringen, während ein großer Teil der eigentlichen Arbeit von KI erledigt wird.
Die ersten Ergebnisse klangen zunächst beeindruckend: 220 Prozent mehr Code-Änderungen. Bei tatsächlich für Nutzer sinnvollen neuen Features gab es allerdings nur einen Zuwachs von 36 Prozent. Gleichzeitig stiegen Sicherheitsvorfälle und IT-Störungen um 40 Prozent, während der Zeitaufwand für menschliche „Firefighter“ um 70 Prozent zunahm. Im Mai wurde deshalb die geplante zweite Entlassungswelle gestoppt und Meta startete eine PR-Offensive unter dem Motto „Betting on People“.
Das vorläufige Fazit: KI-Agenten können die komplexen Strukturen eines großen Unternehmens offenbar noch nicht einfach ersetzen. Wer Produktivität über die reine Menge an KI-generiertem Code erzwingen will, produziert möglicherweise vor allem Instabilität statt Innovation. Die Infrastruktur für den KI-Umbau bleibt allerdings bestehen – und damit vermutlich auch die Hoffnung, dass zukünftige KI-Agenten die Rolle des Menschen irgendwann doch stärker übernehmen können.
Quelle:
https://www.reuters.com/investigations/mark-zuckerberg-had-bold-plan-replace-meta-staff-with-ai-heres-how-it-imploded-2026-08-26/
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Diese Podcast-Folge über KI nutzt zusätzliche KI
-generierte Stimmen.
Ja, Mahlzeit.
Mahlzeit.
Sag mal, bist du auch ein 10x Performer?
Was ist denn das jetzt schon wieder?
Ein 10x Performer ist so ein Mythos aus
dem Silicon Valley.
Das ist also jemand, der zehn Kollegen ersetzen
kann, mithilfe von KI.
Ach so.
Nee, ich bin eher so ein 1.2x
Performer.
Ja, dann bist du nix für Mark Zuckerberg
von Meta.
Der hat versucht, sein Unternehmen, also Facebook und
Instagram, über ein neues Projekt namens Project OT
umzuwandeln.
OT steht in dem Fall für Organization Transformation.
Was übrigens ein sehr toller Name ist.
Sehr kreativ, wirklich.
Ziel des Projekts ist eine Metamorphose.
Und zwar möchte er gern sein Social-Media
-Unternehmen in ein AI-Native-Unternehmen umwandeln.
Aha.
Da soll also die KI nicht nur unterstützend
wirkend sein, sondern eigentlich das Ruder übernehmen.
Damit entsteht eigentlich ein extrem rücksichtsloses Experiment.
Und natürlich wird es auf dem Rücken der
noch vorhandenen menschlichen Mitarbeiter ausgetragen.
Und Zuckerberg will wirklich seine ganzen gewachsenen Strukturen
in seinem Unternehmen zerschlagen.
Einen Kader bilden, der auf hohe Kompetenz und
Talent zusammengedampft wird.
Also so eine winzige Anzahl von hochbezahlten Elite
-Teams sollen da alles machen.
Unter zur Hilfenahme natürlich von KI.
Und genau hier brauchst du eben deine 10x
Performer.
Die Teams sollten nämlich um 60% reduziert
werden und eigentlich nur noch von diesen High
-Performern geleitet werden.
Diese brillanten Geister dürfen dann auch wirklich wahnsinnig
viel verdienen.
Denn man spart es ja.
Man hat ja jede Menge andere Leute entlassen.
Normalerweise sind ja solche größeren Teams mit verschiedenen
Rollen besetzt.
Da gibt es also eine Handvoll Entwickler, ein
paar Designer.
In diesem AI-Native-Playbook werden die alle
nur noch unter der Überschrift Bilder betrieben.
Im Prinzip ist es wie so eine Uniform.
Also es gibt keine Individualität mehr, sondern es
ist eine breite, austauschbare Masse an allerdings 10x
Performern.
Und die leiten dann nur noch in so
Kleinstprojekten mit zwei, drei Ingenieuren zusammen.
Projekte, die aber nicht länger als vier Wochen
dauern sollten.
Also sogenannte vierwöchige Sprints.
Dort soll dann ein Prototyp erzeugt werden.
Und die eigentliche Arbeit macht natürlich nur die
KI.
Vor Beginn dieses Projektes wurden die ganzen Top
-Ingenieure in eine andere Einheit zwangsversetzt.
Und dort mussten die Rätsel lösen, Software-Rätsel
lösen.
Und das diente alles nur der Weiterbildung der
KI.
Die sollte also ihre Codierungskompetenz immer weiter verbessern.
Das sind nun mal die Top-Ingenieure gewesen.
Und du wirst dir vorstellen können, die haben
schon verstanden, was hier passiert.
Die haben sich also selber quasi wegrationalisiert.
Interessant!
Nach ein paar Monaten wurde dann schon mal
so eine Auswertung gemacht, wie gut sich dieses
neue Projekt anfühlt und ob sie das jetzt
noch im größeren Rahmen in allen möglichen anderen
Bereichen von Meta machen können.
Und die Zahlen sind schon sehr faszinierend gewesen.
Also es gab 220 Prozent mehr Code-Änderungen.
Also die KI hat Massen-Output gemacht.
Für die neuen Features, die wirklich für den
Nutzer auch sinnvoll sind, gab es nur einen
kleinen Zuwachs von 36 Prozent.
Eine 40 Prozent Steigerung an Sicherheitsvorfällen und IT
-Störungen.
Der Zeitaufwand für diese sogenannten Firefighter, also für
die echten Menschen, die Top-Leute, die jetzt
einfach nur versuchen, den ganzen Laden wieder in
Schuss zu kriegen, ist um 70 Prozent gestiegen.
Und dann hat Mark Zuckerberg im Mai die
Notbremse gezogen.
Eigentlich sollte auch im Mai eine zweite Welle
an Entlassungen kommen, um das Projekt noch weiter
zu vergrößern.
Aber er musste auch erkennen, dass die Moral
in der Firma extrem gesunken war.
Die Zustimmung für seine Entscheidung.
Auch die Mitarbeiter haben im inneren System bei
denen, es gibt da so ein Netzwerk, das
heißt Workplace, und dort wurde halt massiv der
Putsch vorbereitet.
Und Zuckerberg kam natürlich da überhaupt nicht gut
weg.
Aha.
Und was macht man dann als großes Unternehmen?
Man macht eine massive PR-Offensive, und die
hieß bei denen dann Betting on People.
Also wir setzen auf die guten Leute unseren
Fokus und nicht auf Automatisierung von Arbeit.
Widerspricht ja allem, was er das halbe Jahr
davor gemacht hat.
Es gibt ein Zitat von ihm, das lautet,
wir sind das einzig große Unternehmen, das sich
darauf konzentriert, Menschen zu befähigen, anstatt uns primär
auf die Automatisierung von Arbeit zu konzentrieren.
Das ist an Zynismus ja eigentlich kaum zu
überbieten.
So, und was ist das Fazit?
Es ist ein Vorerst-Fazit, so muss man
es glaube ich nennen.
Also es hat nicht geklappt.
Man muss, oder Meta musste schmerzhaft erfahren, dass
KI-Agenten eben die ganze Komplexität eben doch
noch nicht ersetzen können.
Also wenn du Produktivität durch die reine Menge
am KI-Code erzwingen willst, dann führt das
nicht zu Innovation, sondern zu Instabilität und auch
zu einem gefährlichen Vertrauensbruch.
Das muss er dann auch zugeben, und er
hat wohl auch gesagt, dass er das falsch
eingeschätzt hat, dass er die Entwicklung von KI
-Agenten wesentlich weiter fortgeschritten vermutet hat, als es
dann in der Praxis sich gezeigt hat.
Im Rahmen des Projekts in der ersten Jahreshälfte
wird natürlich schon Infrastruktur geschaffen, und die bleibt
jetzt ja erstmal bestehen.
Deshalb denke ich, man wartet dort eigentlich nur,
dass die KI-Agenten so klug geworden sind
und die Harnesses, die du dafür brauchst und
so weiter, alles so gut geworden ist, dass
man wieder anfangen kann, die Menschen da rauszuschmeißen.
Und ich warte darauf, meine Gabel endlich in
die Bratkartoffeln stecken zu können.
Können wir jetzt in Limo essen?
Das ist die KI-Kantine.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.