Model Distillation: Wenn KI von KI lernt
Wie konkurrierende KI-Firmen die Fähigkeiten großer Modelle abschöpfen – und warum dabei Sicherheitsrisiken entstehen können.
21.10.2026 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
Bei der Model Distillation wird das Wissen eines großen KI-Modells genutzt, um kleinere, spezialisierte Modelle zu trainieren. Was innerhalb eines Unternehmens ein übliches Verfahren ist, wird problematisch, wenn konkurrierende Anbieter gezielt die Fähigkeiten fremder Modelle abschöpfen, statt selbst in Entwicklung und Training zu investieren.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Chain-of-Thought-Denkspuren. Sie zeigen Zwischenschritte, mit denen ein Modell komplexe Aufgaben bearbeitet. Durch gezielte Fragen, die Bewertung von Lösungswegen oder die Erzeugung künstlicher Trainingsdaten lassen sich solche Informationen sammeln und für das Training eigener Modelle verwenden.
Besonders kritisch wird es, wenn ein kleineres Modell zwar die Fähigkeiten eines leistungsstarken Originals übernimmt, dessen Sicherheitsmechanismen aber nicht im gleichen Umfang mit lernt. So können leistungsfähige Modelle entstehen, bei denen wichtige Schutzmaßnahmen fehlen. Eine Folge über KI-Wettbewerb, das Abschöpfen von Wissen und die Frage, was beim Destillieren verloren gehen kann.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Diese Podcast-Folge über KI nutzt zusätzliche KI
-generierte Stimmen.
Ja, Mahlzeit.
Mahlzeit.
Sag mal, du trinkst auch gerne mal einen
Schnaps, oder?
Also jetzt nicht gerade beim Mittagessen hier in
der Kantine, aber ansonsten, ja, mache ich ganz
gerne.
Ja, so einen Schnaps erzeugt man ja durch
Destillieren, also durch Trennen von Flüssigkeiten, die unterschiedliche
Siedepunkte haben.
Und dadurch hast du halt eben beim Erhitzen
Ethanol viel früher verdampft als Wasser.
Du ziehst ja also quasi das Beste aus
der Gesamtheit raus.
In dieser Methode haben auch viele chinesische KI
-Firmen benutzt.
Aha.
Und das macht jetzt einige Leute bei Atropic
ein bisschen unruhig, denn Atropic wollen ja an
die Börse, haben aber die Börsenpapiere noch nicht
eingereicht, aber werden wohl dieses Jahr das trotzdem
in IPO noch machen.
Und dann schaut man eben ein bisschen genauer
auf alle Zahlen, Umsatzzahlen und so weiter.
Und dann fällt halt schon auf, dass vom
ersten Quartal zum zweiten Quartal der Umsatz um
140 Prozent zugelegt hat.
Aber vom zweiten zum dritten Quartal nur noch
um 45 Prozent.
Dann denkt natürlich jeder, oje, oje, es geht
abwärts mit der Firma.
Es ist natürlich immer noch enormer Wachstum, quartalsweise.
Aber die Begründung dafür ist sehr interessant, denn
es liegt hauptsächlich an diesem Destillieren.
Denn jetzt unterbindet man das, dieses feinselige Destillieren.
Im zweiten Quartal hat man das noch nicht
so ganz einordnen können, warum das so ist.
Und dadurch wurden die Abrufzahlen halt enorm groß,
weil ganz viele Modelle aus China und wahrscheinlich
auch noch aus anderen Ländern auf Klot gesetzt
haben, um möglichst sich von dort die Trainingsdaten
durch Destillation abzuziehen.
Interessant.
Grundsätzlich ist ja diese Destillation ein ganz übliches
Verfahren, um ein ganz großes Modell in ein
kleines Modell zu verwandeln, das vielleicht spezifisch auf
ein Thema sich fokussiert.
Aber sowas macht man halt meistens firmenintern, um
verschiedene Modellgrößen zu erzeugen.
Aber wenn es eben konkurrierende Firmen machen, diese
ganze Trainingsdaten und diese ganze Entwicklungsarbeit und das
ganze Geld nicht selber ausgeben wollen, sondern einfach
das andere machen lassen und es sich dann
selber zusammendampfen.
Dann ist es eben schon latent kriminell.
Aber interessant ist, wie die das überhaupt machen.
Wichtig dabei ist die Beobachtung der Chain of
Thought von so einem Modell.
Also wir nennen das jetzt mal das Teacher
-Modell, das ist das sehr, sehr gute, sehr
große Modell und das Student-Modell, das also
noch lernen will und Wissen abgreifen will.
Und bei diesem Reasoning, also bei diesem Chain
of Thought Reasoning, kannst du ja beobachten, wie
sich die KI langsam ihrer Antwort nähert.
Das ist noch nicht die Antwort, sondern das
sind die ganz vielen Zwischenschritte, die sie macht.
Hast du vielleicht schon mal gesehen, wenn du
bei einer KI was eingibst und Reasoning anmachst,
siehst du zwischendrin, kannst du mitlesen, was sie
sich so denkt.
Und diese Zwischenschritte sind halt Gold wert, wenn
du dein eigenes Modell trainieren willst.
Aha.
Und da gibt es halt eine Anzahl von
verschiedenen Ansätzen, wie man das machen kann, wie
man also diese Denkspuren extrahieren kann.
Die erste Methode, die auch sehr verbreitet ist,
ist, man stellt halt anspruchsvolle Fragen und versucht
dann halt neben der Antwort auch ausführliche Erklärungen
und Zwischenschritte zu erhalten.
Und aus diesen Eingaben, also diesen Anforderungen, die
ich selber gestellt habe und den dazugehörigen Antworten,
habe ich einen wunderschönen Datensatz erzeugt und damit
kann dann wieder ein anderes Modell trainiert werden.
Eine andere Herangehensweise ist, dass man das Teacher
-Model dazu nimmt, seinen eigenen Lösungsweg zu bewerten
oder Verbesserungsvorschläge zu machen.
Man gibt ihm also den Lösungsweg, den das
kleine Modell, das Studentenmodell gemacht hat und sagt,
was könnte man besser machen.
An dieser Kritik kann dann das Modell wachsen.
Und dann haben wir ja schon mal über
dieses Reinforcement-Learning gesprochen.
Also sprich, eine KI verbessert sich, indem es
Belohnungspunkte gibt, Bewertungspunkte gibt und sie will möglichst
viele Punkte sammeln.
Und wenn man das aus so einem großen
Modell irgendwie rauskitzeln kann, zum Beispiel wie viele
Punkte oder andere Ansätze es gibt bei Fehlern,
die die KI macht, und wenn man das
da rauszieht und für seine eigenen kleinen KIs
nutzt und diese Bewertungskriterien dann da ansetzen kann,
dann ist das eben auch für das Trainingsmaterial
sehr hilfreich.
Und als letztes kann man natürlich auch dem
Teacher-Modell sagen, du erzeugst jetzt mal künstliche
Trainingsdaten aus dem Wissen, das du gesammelt hast,
als du trainiert wurdest.
Diese Trainingsdaten nimmt man dann eben für das
kleinere Modell.
Und du siehst schon, es gibt auch eine
Gefahr, wenn ein großes System trainiert wurde, dann
wurde auch wirklich darauf geachtet, gerade in der
heutigen Zeit, wo wir das alles hören, mit
den Angriffen, die so eine KI oder eine
KI-Agent macht, dann wurden schon sehr viele
Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, dass es eben nicht zu einem
Übergriff kommt.
Und wenn man aber das wegdestilliert, also sprich
die Fähigkeiten rauszieht, aber alle Schutzmaßnahmen eben nicht
rauszieht, dann hast du ein Modell, das ähnlich
viel kann und es wesentlich weniger eigene Guardrails,
also Links- und Rechtsbegrenzungen hat.
Na, da bin ich ja froh, dass mein
Suppenteller links und rechts eine Begrenzung hat, sodass
die Kürbissuppe nicht rausläuft.
Können wir jetzt in Limo essen?
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.