Die KI Kantine - Der Podcast

Michael Busch

OpenClaw: Der KI-Agent, der nachts einfach weiterarbeitet

OpenClaw fasziniert, Risiken birgt – und was große KI-Player daraus lernen werden

11.02.2026 9 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge der KI Kantine geht es um OpenClaw (ehemals ClawdBot / MoldBot) – einen experimentellen KI-Agenten, der dauerhaft auf dem eigenen Rechner läuft und über Messenger wie Telegram, Slack oder Apple Nachrichten erreichbar ist. Buschi schildert seine ersten Erfahrungen mit dem Tool, erklärt, wie OpenClaw als Agent mit verschiedenen KI-Modellen zusammenarbeitet und warum gerade die enorme Freiheit des Systems zugleich Faszination und Risiko bedeutet. Thema sind unter anderem Rechte auf dem eigenen Rechner, unerwartete Kosten durch Token-Verbrauch, der Einsatz kostenloser Modelle über OpenRouter sowie die Frage, ob hier eher das Produkt als das zugrunde liegende Modell überzeugt. Abschließend wird eingeordnet, warum OpenClaw als Vorreiter spannend ist – aber vermutlich nicht das letzte Wort bleibt, sobald große Anbieter ähnliche Konzepte übernehmen. 

Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.

Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.

Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.

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Transkript

(Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit. Mahlzeit. Sag mal, was ist eigentlich dieses Clawed Bot? Auf jeden Fall schon mal etwas, über das in meiner KI-Bubble wirklich schon jeder geredet hat. Aber wenn du mich schon fragst, erstens hat es schon mal eine ganz schöne Namensmutation durchgemacht. Das hieß erst Clawed Bot, dann hieß es Mold Bot, jetzt heißt es Open Claw. Aha. Das war ja augenscheinlich als Gag gemeint, weil Clawed, ja so ähnlich klingt wie Cloth, auch wenn sie es anders schreibt. Das fand Cloth original nicht so toll und hat sich dann gemeldet bei dem Entwickler. Der hat dann über zwei Iterationen jetzt seinen finalen Namen endlich gefunden. Und du kannst dir Open Cloth eigentlich wie so einen persönlichen KI-Assistent vorstellen, der sich jetzt mal so verhält, wie man sich das schon von Anfang an gewünscht hätte. Du kannst ihn, wenn du es eingerichtet hast, über sämtliche Chat-Funktionen ansprechen, also über Telegram, über Apple Nachrichten, über Slack, über Teams. Und dadurch ist er immer präsent. Also ich habe auch schon abends auf der Couch gesessen und habe ihm noch eine Aufgabe gegeben für die Nacht. Interessant. Aber man muss sich schon sehr genau überlegen, wie man den installiert, denn du gibst ihm eine Menge Freiheiten auf deinem Rechner. Wenn du ihn mit seiner vollen Pracht nutzen willst, dann gibst du ihm quasi alle Rechte auf deinem Rechner. Also Dateien lesen, löschen, schreiben etc. Mir war das zu heiß, deshalb habe ich das in so einer Virtual Machine installiert. Wenn ihr da was kaputt macht, dann macht ihr halt die Virtual Machine kaputt. Das stört mich jetzt nicht weiter, installiere ich es einfach neu. Der Entwickler von dem Open Cloud ist ja Peter Steinberger aus Wien, also ein Österreicher. Und der hat das ganze System so in drei Monaten an Wochenenden geweibcoded und sagt doch selber, das ist noch alles ziemlich experimentell und es kann auch einiges schief gehen und nicht alles wird klappen. Aber dieser Peter Steinberger ist ein etablierter Programmierer und jetzt nicht so ein neu dazugekommener Nerd, der irgendwo in seinem Keller sitzt, vielleicht sagt ihr das auch, aber er hat schon tolle große Software programmiert, sie verkauft und muss eigentlich nicht mehr arbeiten, aber er hat tausend Projekte, wo er viel seiner Energie reinsteckt. Ich vermute mal stark, dass er mit diesem Erfolg von Cloudbot-OpenClaw nicht gerechnet hat. Denn was ich so gelesen habe, war eigentlich das Projekt am Anfang nur der Versuch, die KI über ein Chat-Tool wie Telegram etc. zu verbinden. Das war so der Anfang des ganzen Projekts, um eben aus der Ferne auch mal mit der KI zu reden. Aha. Und der OpenCloud hört auch immer zu. Der ist ja auf deinem Rechner und hört auf alle Eingangskanäle, die du ihm freigibst. Der rüttelt im Zweifel auch die ganze Nacht, um eine Aufgabe zu lösen. Siehst du auch schon die zweite Gefahr. Der arbeitet ja mit einer KI, ist er ja selber nicht, sondern ist ja nur ein Agent, der eine KI braucht und die kannst du dann anmelden da, mit welcher KI du das machen willst. Also ich mache das über OpenRouter, weil dann habe ich eine riesige Auswahl an verschiedenen Modellen, die man benutzen kann. Kann es aber auch an seinem Cloud-Code hängen oder an OpenAI. Aber es ist halt eine unkontrollierte Woge. Der macht einfach das, was er für nötig hält. Ob das jetzt wirklich nötig ist oder nicht. Mir kommt es so ein bisschen vor, weißt du, wenn du so einen Wedding-Planner beauftragst und dem dann sagst, pass mal auf, Budget gibt es eigentlich nicht, kannst machen, was du willst. Dann wird der da irgendwelche Stühle schnitzen aus Zedernholz und den Sand am Strand austauschen etc. Und so macht er das auch. Und deswegen habe ich mich dann entschieden, ich nehme erstmal so ein kostenloses Model. Da habe ich Quen genommen, das ist von Alibaba. Also China-KI. Und ich war dann am nächsten Morgen auch überrascht, dass er, nachdem er mich vorher ausgefragt hat, was ich so denn mache und was ich machen möchte, er hat mir dann am nächsten Tag Vorschläge für neue Podcast-Folgen gemacht, die er selber nachts recherchiert hat, hat es dann schön arrangiert und am nächsten Morgen konnte ich mir dann anschauen, was er da gemacht hat. Ich habe ihm das nie gesagt, dass er das machen soll. Und stell dir vor, der macht was sehr Aufwendiges und du bezahlst das Schweinegeld für eine teure KI. Ich habe gelesen, über Nacht waren da auch mal 100 Dollar weg. Interessant. Man kann das ja über den Open Router machen, wie gesagt. Und da gibt es auch immer wieder kostenlose KI-Modelle. Und zurzeit ist da so einer, der nennt sich Trinity Large Preview Free. Und da kannst du gucken, welches Tool diese KI besonders oft eingesetzt hat. Und da siehst du, dass OpenClaw mit Abstand am meisten das nutzt. Das waren irgendwie 142 Milliarden Tokens. Und auf Platz 2 waren da nur 49 Milliarden Tokens. Das war dann klein. Also nicht klein im Sinne von Mittel, sondern klein der Agent, Programmier-Agent, den du in deine Entwicklungsumgebung einbauen kannst. Du kannst aber auch eine lokale KI benutzen. Also mit OLAMA zum Beispiel kann man ja lokal KIs betreiben. Das Problem hier ist, dass du schon einen ordentlich potenten Rechner brauchst. Da wartest du die Beine im Bauch, bis der endlich fertig ist. Aha. Es gibt ja oft die Frage, was ist denn wichtiger für die Akzeptanz von KI? Ist es das Modell oder ist es das Produkt? Und hier siehst du ziemlich eindeutig, hier ist es das Produkt. Denn was der gemacht hat, ist eigentlich nur Bestehendes, schön miteinander verbunden, sodass es sehr flüssig zu bedienen ist. Ich meine, im Hintergrund läuft ein Agent oder ein ganzes Agentensystem. Gibt es schon lange. Was der halt macht, der hat eine ganze Menge sehr, sehr intelligente System-Broms mit drangehängt. Es gibt dort eine Datei, die heißt soul .md. Und in dieser Soul vermerkt er, wie sein Charakter sein soll, wie seine Seele sein soll. Du kannst also Wünsche äußern, wie er dir antworten soll. Und so hast du eine ganze Menge Möglichkeiten, das sehr schön für dich anzupassen. Zu meiner Wahrheit gehört aber auch, dass ich am Anfang sehr viel mit ihm kommuniziert habe. Mittlerweile ist er wahrscheinlich böse auf mich, weil ich jetzt schon tagelang gar nichts mehr mit ihm gemacht habe. Und im Hintergrund läuft die Anfangsfaszination bei mir so ein bisschen dahin. Ich bin auch überzeugt davon, dass die großen Player im KI-Spiel sich das sehr genau anschauen. Was davon adaptieren wir in unsere Systeme? Sodass das zwar der Frontrunner sein wird, der aber bald vergessen sein wird, weil es z .B. in dem Claude Coburg ist ja auch so ein großes neues Thema. Ich bin mir sicher, die werden davon einiges einbauen. Es ist halt nicht so einfach, weil du da schon eine gefährliche Situation schaffen kannst, was die Übernahme von Rechnern betrifft usw. Aber Claude Coburg bietet ja zum Teil das sowieso schon an. Ich glaube, wenn die jetzt sagen, wir flanschen jetzt auch diese Kommunikationsmöglichkeit über Slack, über Nachrichten, über Telegram, wenn die das auch noch mit einbauen, dann sind die gar nicht mehr so weit weg zu dem, wie es der Claude -Bot, der Open-Claude jetzt macht. Und dann ist es das Nächste, was die Großen übernehmen von den Kleinen und wo es einen Bereich gibt, der obsolet wird. Interessant! Es gibt auch die Geschichte, dass sich gleich der Chef von Microsoft selber diesen Claude-Bot installiert hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sein Team gefragt hat, wieso kommen wir nicht auf sowas? Aber die Antwort ist natürlich auch sofort klar. Microsoft kann einfach nicht so ein High-Risk -Produkt an den Markt bringen. Mein High-Risk ist einfach nur die Unterzuckerung. Können wir jetzt in Limon essen? Das ist die KI-Kantine. Wir sitzen in der KI-Kantine. Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes und einer Beilage Skepsis. Wir sitzen in der KI-Kantine. Hier ist die KI-Kantine.